World Wide Digi DX Contest 2019

Das war der erste WWDX in Digital Mode (FT-4/FT-8). Ich war sehr skeptisch, ob das funktioniert und bin es auch bis jetzt geblieben. Werden die Robots gewinnen? FT-4/8 sind WEAK-SIGNAL-Modes – wozu braucht es dann eine High Power Klasse (bis 1.5KW).
Die Ausbreitungsbedingungen waren an diesem Wochenende recht mies – 10m und 15m waren tot.
Zu Beginn des Contest sammelte sich die Welt auf 20m, das Contest-Segment war voll von FT-4 Stationen und jetzt begriff ich sofort, warum es eine High Power Klasse gibt. Mit 100W war hier nicht sehr viel zu erreichen. Da die erste Stunde auf 20m und auf diese Art und Weise nur wenige QSO brachte, ging ich auf 40m. Hier konnte man dann auch die Leistung drastisch minimieren und höhere QSO-Raten erzielen.

Wenn man nicht mit N1MM Logger arbeitet, zeigen sich schnell die „Schwächen“ der WSJT-X Software im Contest-Mode – erst recht, wenn man auf „Log automatically“ aktiviert hat. Sobald „R“ empfangen/gesendet wird, wird das QSO ins Log geschrieben – wird eine Sequenz wiederholt und ein zweites „R“ empfangen – wird erneut geloggt. Somit entstehen viele unnötige Einträge für ein und dasselbe QSO, wenn aus verschiedenen Gründen die Sequenz nicht sauber durchläuft – oder die „73“ nicht empfangen wurde. Also – manuell loggen!
Hier stellt sich mir die Frage, wenn die Software bei R bzw. RR73 logt – wozu dann noch auf 73 warten? Im CW/SSB Contest wartet man doch auf nicht auf eine Bestätigung, wenn man die Seriennummer gesendet hat.
Ein weiterer großer Unterschied ist das Antworten auf der Sendefrequenz. Bei FT-4/8 ist nur Splitbetrieb wirklich sinnvoll. Man muss doch im Spektrum sehen, was auf seiner Frequenz passiert.
Gerade im Contest ist „simplex“ die absolut schlechteste Wahl – lest Kapitel 7 des Operating Guide.

“The CQing station doesn’t need to say up 3 or anything else. He will decode all stations in the audio spectrum. You can call him at 300Hz or 2300Hz and it won’t make any difference. They all display. You don’t have to (and don’t want to) move to his frequency. If there is more than one station calling him, they will hopefully be spread all over the audio spectrum, not causing QRM to the station trying to make a QSO or each other. If a bunch call on his frequency, they just QRM each other and the guy CQing will be working those who are split. Additionally, if he starts a QSO with someone close to your transmit frequency, your transmitter will be disabled so you don’t cause him QRM. If you are transmitting further away, you can keep calling him and he should pick you up as he works through the list of callers.” Gary AG0N

Auch wenn FT-8 absolut nicht für Conteste geeignet ist, war es dann doch ab und zu meine Wahl um ein paar neue Grids zu arbeiten. FT-8 ist wesentlich empfindlicher und so schafft man auch mit mittleren Antennen und (wirklich) kleinen Leistungen eine DX Station. Ich habe auch den Eindruck, dass FT-8 mit vollen Bändern viel besser zu Recht kommt, als FT-4 (mein Anfangsfehler auf 20m…).

Es ist frustrierend zu sehen, wie CO8LY (besser sein Robot) in Dauerschleife CQ ruft und kein QSO zustande kommt. Und auch Stationen, die “simplex” arbeiten haben keinen Erfolg 😉
So gesehen zwischen 4 und 7 UTC auf 40m in FT-8.
Vielen Dank dagegen an CO8RBD, der wirklich viel Geduld hatte und auf mein empfangenes RR73 gewartet hat.

Es war auf jeden Fall eine neue Erfahrung. Man kann also nur hoffen, dass die WSJT-X Software das Call dekodieren kann – die Ohren und das Gehirn sind nicht mehr gefragt.